Yoga in Dahab

 

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Asteya: Nicht-Stehlen

 

 

 

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3. Yama

Zuerst bedeutet dieses Gebot, nichts zu nehmen, das einem nicht gehört. Kommt man aus Unachtsamkeit zu spät, dann stiehlt man die Zeit des anderen. Natürlich gehört dazu auch keine Steuer zu hinterziehen, kein Raubkopien von CDs anzufertigen und kein ungerechtfertigtes Arbeitslosengeld zu beziehen.

Man soll das Verlangen nach Dingen, die einem nicht gehören, zügeln, sonst leben wir in einem Zustand der Unzufriedenheit.

Weiters soll man aber auch nicht an Dinge festhalten, die nicht zum unmittelbarem Überleben notwendig sind. Das Streben nach Besitz lenkt den Geist von seiner spirituellen Entwicklung ab. Besitzgier und Habgier jedoch veranlassen einen Menschen immer mehr besitzen zu wollen, ohne Rücksicht darauf, ob er wirkliches Bedürfnis hat oder nicht. Besitzgier führt dazu, dass man immer mehr Zeit und Energie für den Schutz und Erhalt des Eigentums verwendet und auch zu einer wachsenden Angst vor dessen Verlust. Natürlich wird jeder Mensch seinen ganzen irdischen Besitz mit dem "Tod" verlieren. Daraus resultiert in vielen Fällen eine wachsende Todesangst mit zunehmendem Alter und Reichtum. Die Angst und Unruhe verhindert spirituelles Wachstum, Zufriedenheit und Glück.

Wenn man ein wenig darüber nachdenke, dann erkennt man, das man eigentlich alles hat, was man braucht. Und was man sich so dringend wünscht: ist es wirklich notwendig? Reicht es nicht, saubere Kleidung zu tragen? Muß da tatsächlich ein Marken-Abzeichen drauf sein? Man hat vielleicht nicht immer alles, was man sich wünscht, aber man bekommt immer, was man gerade braucht. Und dann sollte man auch immer im Bewußtsein halten, dass alles Materielle vergänglich ist. Und dass die materiellen Dinge an sich uns nicht glücklich machen können.
In Indien sagt man: Sei dem Bettler dankbar, dass er dir die Chance gibt, das Geben zu üben. Denn je mehr man gibt, desto mehr wird einem zurückgeben.

Pantanjali sagt:
2.37 Wer stetig Nicht-Stehlen übt, dem werden alle Juwelen nahe sein.
(asteya pratisthayam sarva ratna upasthanam)

Dies ist nicht nur im materiellen Sinne gemeint. Wer nicht gierig nach Besitz und Reichtum ist, dem wird von den Menschen Vertrauen entgegen gebracht und mit so einem Menschen teilt man gerne, was man hat.

 

 

© Jana A. Czipin
OM SHANTI OM
letztes update: 11.08.2010