Yoga in Dahab

 

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5. Pratyahara –
Zurückziehen der Sinne

 

 

 

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Yoga in Dahab

Asanas und Pranayama lehren uns die Kontrolle über den Körper und den Atem. Den Geist zu beherrschen ist eine ungleich schwerere Übung, jedoch sind wir mit den ersten vier Stufen bestens darauf vorbereitet.

Der erste Schritt nach innen ist Pratyahara: Das bedeutet das Zurückziehung der Sinne von der Außenwelt nach innen, um den Geist zu beruhigen.

Die Sinne lassen uns die Welt erfahren, sie drängen nach außen. Die Selbsterforschung geht nach innen. Hier reduzieren wir die Sinne, schalten ab und erforschen die Innenwelt. Wenn uns z.B. ein gutes Buch fesselt, dann hören wir den tropfenden Wasserhahn nicht mehr. Der Hörsinn ist ausgeschaltet. Auf dieser Bewußtseinstufe kann ein Yoga dies willentlich herbeiführen. Er kann seine Sinne völlig verschließen und sich ganz nach innen konzentrieren. Die Sinne folgen nun mühelos dem Objekt der Konzentration.

Patanjali beschreibt dies so:
2.54 Wenn die Sinne von den ihnen entsprechenden Objekten zurückgezogen sind, dann erkennt der Geist seine eigene Natur.
(Sva-vishayâsamprayoge chitta-svarûpânukâra ivendriyânâm pratyâhârah)

2.55 Daraus erwächst die höchste Meisterschaft über die Sinne.
(Tatah paramâ vashyatendriyânâm)

Das Zurückziehen der Sinne ist die Vorbereitung für Meditation. Darum wird diese Stufe als Brücke zum geistigen Yoga angesehen. Sie ist für die Menschen, die eine höhere spirituelle Ebene oder Erleuchtung (= Befreiung vom Rad der Wiedergeburt) suchen.

  1. Dharana – Konzentration

    Halten und Aufrechterhalten der Konzentration, der Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand, um zur Leere der Meditation zu kommen. Es soll immer derselbe Gegenstand sein, z.B. Flamme, Bild, Geruch, Geräusch, …)
    Vipassana-Meditation nimmt den eigenen Körper als Objekt. Atem ist ebenfalls möglich.
    Wir lernen den Geist konzentriert zu halten. Durch konsequentes Üben wird diese Fähigkeit vertieft.

    Patanjali beginnt hier ein neues Kapitel:
    III.1 Dharana ist das Fixieren des Geistes auf ein Objekt.
    (Desha-bandhash chittasya dhâranâ)

  2. Dhyana – Meditation
    Ununterbrochene Meditation auf einen Gegenstand erzeugt das Erleben, in der eigenen Mitte zu ruhen.
    Dies bedarf langer Übung. Unser Geist wird ständig mit Eindrücken bombardiert, in heutigen Zeiten der Massenmedien viel mehr als früher. Geist ist durch diese Überforderung ständig gestresst. Es benötig ständige Übung und Konzentration, um den Geist zu reinigen, bevor er zur Ruhe kommen kann.
    Dhyana ist wie das Fließen von Honig. Stätig und gleichmäßig. Es ist das, was in der modernen Glücksforschung als Flow–Erlebnis bezeichnet wird: Man fließt mit der Sache, man handelt nicht, sondern es (Gott?) handelt durch einen hindurch. Das sind die Momente, wo der Mensch das Außergewöhnlichste leistet, sich vollkommen losgelöst und frei fühlt. Man denkt nicht mehr, macht nichts mehr bewußt, es geschieht ganz einfach.

    Patanjali beschreibt dies so:
    III.2 Dort ist Meditation, wo das Bewußtsein ununterbrochen eins ist.
    (Tatra pratyayaikatânatâ dhyânam)

  3. Samadhi – Erleuchtung
    Die Dualität der Welt (gut-böse, kalt-warm, oben-unten, Glück-Unglück ect.) hat keinen Einfluss mehr auf das erleuchtete Selbst. Alles wird mit derselben Gleichmut hingenommen. Es gibt kein Auf und Ab der Seele mehr, es herrscht völlige innere Ausgeglichenheit. Man kommt völlig zur Ruhe, nichts kann mehr in einem Wellen schlagen. Zustand der höchsten Wonne, der mit dem Gefühl des Einsseins, der Auflösung im Absoluten einhergeht. Im tranceartigen, erleuchteten Zustand ist der Verstand vollkommen gezügelt, und alle unreinen Gedanken sind verstummt. Der Zustand des Buddha.

 

 

 

© Jana A. Czipin
OM SHANTI OM
letztes update: 30.08.2011