Yoga in Dahab

 

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Santosha: Zufriedenheit

 

 

 

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2. Niyama

Wenn man sich nur einmal am Tag vergegewärtigt, was man eigentlich alles besitzt – im materiellen wie im geisten Sinne –, wenn man wertschätzt, was einem gegeben ist, dann ist es plötzlich einfach, sich zufrieden und sogar glücklich zu fühlen. Die meiste Zeit verbringen wir damit, uns darüber zu beklagen, was wir alles nicht haben.

Gerade in unserer "westliche" Welt sind wir sehr gesegnet. Nur wenige Menschen in Europa hungern oder sterben an unbehandelten Krankheiten. Fast alle habe ein Dach über dem Kopf, aus den Leitungen fließt sauberes Wasser und abends kann man das Licht einschalten. Die meisten Menschen verdienen durch ihre Arbeit genug Geld, um sich und ihre Familien zu ernähren oder werden vom Staat finaziell unterstützt. Das ist im Vergleich zu vielen Ländern dieser Erde nicht der Fall. Urlaube, Autos oder Staubsauger sind im Grunde genommen der reine Luxus. Sie machen unser Leben sehr einfach und bequem und sind so normal geworden wie gutes Essen. Wir schätzen sie nicht mehr, sondern nehmen sie als selberverständlich hin. Jedoch sollten wir nie vergessen, dass es den meisten Menschen auf diesem Planeten nicht so gut geht wie uns in Europa. Und schon haben wir ein Stück Zufriedenheit gewonnen.

Neben den materiellen Dingen haben wir unsere Freude an unseren Kindern, erfahren Liebe durch einen Partner oder Rückhalt durch Familie oder Freunde. All diese Dinge sollten niemals als selbstverständlich angesehen werden. Leider werden wir uns ihrer erst bewußt, wenn wir sie verloren haben.

Mit diesem Niyama ist nicht die passive Akzeptanz des Vorhandenen gemeint, die uns unfähig zu Veränderung macht. Unerträgliche oder unglückliche Zustände müssen geändert werden, weil sie den Geist in Unruhe halten und den Körper krank machen können. Jedoch fördert die Wertschätzung des Vorhanden den inneren Frieden der Seele.

In der Praxis der Körperübungen, den Asanas, ist es wichtig, den Körper nicht zu überanstrengen und ihn nicht mit Schmerzen zu quälen (denke an das 1. Yama Ahimsa = Gewaltlosigkeit). Übe Samtosha dadurch, dass du damit zufrieden bist, was du bisher erreicht hast. Akzeptiere, dass der Körper vielleicht noch nicht so weit ist, wie du ihn gerne habe möchtest. Es gibt keine schlechte oder gute Stellung. Es gibt keinen Wettbewerb mit anderen Studenten. Man ist einfach so gut wie man es an diesem Tag ist und in der nächsten Klasse wird es besser sein.

Patanjali beschreibt dies so:
2.42 Wer sich in der Haltung der Zufriedenheit übt, erlangt das höchste Glück.
(santosha anuttamah sukha labhah)

 

 

© Jana A. Czipin
OM SHANTI OM
letztes update: 11.08.2010