Yoga in Dahab

 

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Yoga in Dahab

Im 20. Jahrhundert haben sich im Yoga verschiedene Schulen der Praxis entwickelt. Die Begründer der drei vorherrschenden Schulen (Astanga, Iyengar und Viniyoga) waren Schüler von Krishnamacharya, dem berühmten Lehrer am Yoga Institut in Mysore. Zwei andere Stile – Integral und Sivananda – wurden von Schülern von Swami Sivananda begründet.

Die unterschiedlichen Stile unterscheiden sich vor allem in ihrer Schwerpunktlegung und Auswahl der Körperstellungen.

Ashtanga Vinyasa Yoga (Power Yoga)

Ashtanga Vinyasa Yoga ist ein intensiver Weg, um Körper und Geist zu trainieren. Die Praxis der Asanas geht fließend und dynamisch von statten, die einzelnen Positionen werden mit verbindenden Bewegungen, den Vinyasas, geübt und mit dem Atem synchronisiert. Das System von Ashtanga Vinyasa Yoga entwickelte Flexibilität und Stabilität, während man gleichzeitig energetisch aufgeladen wird.

Yoga Korunta

Es wird erzählt, dass der berühmte Yogameister Shri T. Krishnamacharya am Anfang des vorigen Jahrhunderts in der Bibliothek von Kalkutta Aufzeichnungen der Yoga Korunta wiederentdeckte. Es enthält ein detailliertes System des Yoga. Dazu gehören Atemtechniken und Bewegungen, deren Anwendung und ihr Nutzen. Krishnamarcharya übersetzte und studierte diesen Text und bezog selbst Elemente daraus in seine Lehre und Methode mit ein. Durch seinen langjähriger Schüler Shri Krishna Pattabhi Jois wurde vor allem die sogenannte 1. Serie des Astanga Yogas im Westen bekannt. Klassen, die im sogenannten Mysor-Stil gehalten werden, bedeuten weitgehend selbstständiges Üben der ersten bzw. zweiten Serie, während der Lehrer nur mehr korrigiert und weiterhilft, aber nicht mehr durch eine Stunde führt.

Sri T. Krishnamacharya lehrte in Mysore dies nicht nur Pattabhi Jois, sondern auch anderen, heute ebenfalls weltweit bekannt Schülern wie B.K.S. Iyengar (Pune), Desikachar (Krishnamacharyas Sohn, Chennai) und Indra Devi (die erste weiße Frau, die in Yoga unterwiesen wurde).

Kritiker des Stiles weisen darauf hin, dass Krishnamacharya diese Form seinen Schülern lehrte, als sie Kinder waren und die Vinyasas vor allem darauf abzielten, ihre überschüssige Energie abzubauen. Tatsächlich erfordert der in den USA Power Yoga genannte Stil höhere körperliche Fitness und Achtsamkeit, da die Verletzungsgefahr in diesem dynamischen Stil größer ist als in anderen Schulen des Yogas.

Vini Yoga

Krishnamacharya Sohn T.K.V. Desikachar gründete 1976 das Krishnamacharya Yoga Mandiram Institut in Chennai (Madras), Südindien. In diesem Stil wird die individuelle Betreuung betont, auf therapeutische Aspekte Wert gelegt und die Verbindung zur Yoga-Philosophie Patanjalis hervorgehoben.

Iyengar Yoga

B.K.S. Iyengar, geb. 1918 in Pune, Norwestindien und Begründer dieser Richtung unterrichtet bis heute. Es ist ein kraftvoller Stil, bei dem die exakte Ausführung der Positionen wichtig ist. Es werden vielfach Hilfsmittel wie Holzklötze und Leinengürtel verwendet, um auch nicht so beweglichen Menschen die korrekte Ausführung der Positionen zu ermöglichen. Die Methode ist anatomisch äußerst präzise und bei regelmäßiger Übung können Korrekturen von Fehlhaltungen erreicht werden. Für Anfänger ist dieser Stil bestens geeignet, da die Lehrer eine tiefgehende Ausbildung von zwei bis fünf Jahren haben und mehr statisch als dynamisch gearbeitet wird.

B.K.S. Iyengar hat in seinem Buch „Licht auf Yoga“ über 200 Asanas beschrieben. Dieses Buch gilt als Standardwerk des Hatha-Yoga, da es nicht nur genau die Übungen beschreibt, sondern auch auf deren Wirkung eingeht. Empfehlenswert ist auch das Buch seiner Tochter Gita Iyengar: Yoga für Frauen, das mit derselben Sorgfalt erarbeitet wurde.

Sivananda Yoga

Swami Sivananda (1887-1963) begründete seine Schule in Rishikesh, Nordindien. Sein Schüler Swami Vishnu Devananda eröffnete weltweit Yoga-Zentren. Diese Schule beinhält neben dem Hatha-Yoga auch Meditation, Satsang-Singen, Atemübungen (Pranajama) und Ernährungslehre. Im Grundkurs werden zwei Pranayama und zwölf Yogapositionen geübt, die auch für Anfänger so anspruchsvolle wie den Kopfstand beinhalten. Da die Lehrer häufig nur eine einmonatige Ausbildung genossen haben, sollte man bei der Wahl des Lehrers genau aufpassen.

Integrales Yoga

Legt großen Wert auf Meditation und Selbsterfahrung und ist mehr geistig orientiert. Dieser Stil wurde von Sri Aurobindo in Pondicherrry, Südindien begründet.

Kriya Yoga

Ist ein mehr geistig orientierter Übungsweg mit Schwerpunkt auf Meditation und geistiger Unterweisung und wurde von Paramashansa Yogananda geprägt. Berühmt wurde er durch sein Buch "Autobiographie eines Yogi".

Ananda Yoga

Von Swami Kriyananda, einem Schüler Paramashansa Yogananda entwickelt. Arbeitet mit feinstofflichen Energien, spezielle mit Chakren. Der Körper, die Seele und die Emotionen sollen harmonisiert werden, um zu einem höheren Bewusstsein zu kommen. Es ist ein sanftes, mehr nach innen gerichtetes Yoga.

Kundalini Yoga

Von Yogi Bhajan gegründet, der den Stil 1969 in den Westen brachte. Es ist ein klassischer indischer Yoga Stil, der auf Atem- und Körperübungen ebenso Wert legt wie auf Mantra-Singen und Ernährungslehre. Es entwickelt sich aus dem Tantra-Yoga, dem Vorläufer des Hatha-Yogas, bei dem erstmals das Augenmerk von der geistlichen Anstrengung auf den Körper gelenkt wurde. Kundalini bedeutet „eingerollte Schlange“. Sie "schläft" bildlich gesehen zwischen Anus und dem Geschlechtsorgan und kann mittels der Übungen des Hatha-Yoga, mit Mantras und Meditationstechniken "geweckt" werden. Nach der Erweckung wird die Kundalini-Energie durch die Chakren des Körper nach oben zu führen, um so eine Vereinigung mit dem Göttlichen oder mit dem Selbst zu erreichen. Meist ist dazu eine vieljährige Praxis nötig und ebenso lange dauert es zu lernen, die Kundalinie-Energie am "Wiederhinabfallen" zu hindern. Es ist notwendig, bei einem erfahrenen Meister Kundalini-Yoga zu lernen, denn verharrt die Kundalini-Kraft in den unteren drei Zentren, dann erfolgt keine Befreiung von den Begierden, sondern sie werden verstärkt.

Bikram Yoga

Ein im wahrsten Sinne des Wortes heißes Yoga, das bei ca. 37 Grad Celsius eine Serie von 26 Asanas trainiert wird. Dies hat den Vorteil, daß der Körper elastischer und biegsamer ist, was eine intensivere Muskel-, Sehnen- und Bänderarbeit ermöglicht und die Verletzungsgefahr herabgesetzt ist. Einen starken Kreislauf sollte man allerdings mitbringen. Dieser Stil ist nicht geeignet für schwache Konstitution. Der Begründer Bikram Choudhury studierte bei Bishnu Ghosh, einem Bruder von Paramashansa Yogananda.

Yin Yang Yoga

Sarah Powers machte diesen Stil populär. Sie kombinierte ihre Erfahrungen in Ashtanga Yoga, Iyengar und Viniyoga mit dem Yin Yoga von Paul Grilley. Yin Yoga hält die Asana-Positionen lange und passiv, um einen tieferen Effekt in Bändern und Gewebe zu erzeugen, die sich üblicherweise nur schwer öffnen.
Sarah Powers Klassen orientieren sich an der Buddhistischen Tradition. Der Stil verbindet aktive und passive Asanas mit Pranayama und Meditation. Die Prazis dieses Stils soll die Stille in der Bewegung und das Fließen im Stillsein lehren.

 

Aus Yoga entstandene Techniken

Pilates

Die Pilates-Technik ist ein Übungssystem von präzise ausgeführten Bewegungen und kontrollierter Atmung. Es schult die korrekte Körperhaltung und zielt auf das Herausbilden eines starken Muskelgürtels um die Körpermitte ab. Entwickelt wurde die Methode vor etwa achtzig Jahren von dem gebürtigen Deutschen Joseph Pilates vor allem für Tänzer in New York. Sie wird auch mit großem Erfolg zur Rehabilitation nach Sportverletzungen eingesetzt.

Zahlreiche Übungen wurden aus dem Hatha-Yoga übernommen und modifiziert. Die meisten davon werden nicht statisch, sondern in Bewegung praktiziert.

Nuad

Nuad, auch passives Yoga genannt, ist eine ca. 2500 Jahre alte Körperarbeit, die ihre Wurzeln in Indien hat, jedoch später überwiegend in Thailand praktiziert wurde. Im Unterschied zu Yoga bleibt man dabei durchgehend in verschiedenen Entspannungslagen und wird von einer Nuad-Praktikerin sanft und im eigenen Atemfluß gedehnt, gestreckt und in verschiedene Positionen gebracht, die an Yoga-Stellungen erinnern. Ziel einer Nuad-Sitzung ist die Verbesserung der energetischen Versorgung des Körpers sowie das Erleben tiefer Entspannung.

Luna Yoga

Luna Yoga besteht aus sanften Spürübungen und kraftvollen Tänzen, enthält Atem- und Dehnungsübungen und arbeitet mit Entspannungstechniken. Zusätzlich unterstützen Kräutertees, ätherische Essenzen, Farben und Bäder sowie meditative Techniken Gesundungsprozesse. Luna Yoga richtet sich nach den Mondphasen und dem weiblichen Monatszyklus. Es kann helfen, Menstruations- und Wechselbeschwerden zu lindern und die Fruchtbarkeit anregen.

 

 

© Jana A. Czipin
OM SHANTI OM
letztes update: 30.08.2011