Yoga in Dahab

 

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Was Yoga ist

 

 

 

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Yoga in Dahab

Das Wort YOGA meint in seiner ursprünglichen Bedeutung: Verbindung, Vereinigung. In der Yogapraxis verbinden wir

  1. Körper, Atem und Geist
  2. Innenwelt und Außenwelt
  3. Uns und unsere Umgebung

Ein Sanskrit-Lexikon gibt 5 Bedeutung für das Wort YOGA, die im einzelnen all seine Charakteristika beschreiben:

    1. Die Mittel, um ein Ziel zu erreichen
    2. Meditation
    3. Sich mit sich selbst verbinden, das eigene Selbst verstehen
    4. Eine intelligente Weise, Dinge zu tun
    5. Schutz

Der indischen Weisen Patanjali hat in 195 sogenannten Sutren (Lehrsätze) beschrieben, wie man durch die Beherrschung des Geistes auch sein Leben unter Kontrolle bringen kann, wie man Leiden vermindert oder sogar die Glückseligkeit der "Erleuchtung" finden kann.

Das 1.2. Sutra besagt:
Yoga ist das Beherrschen der geistigen Aktivitäten.
(yogah chittavritti nirodaa)

Und sein Zweck wird gleich im nächsten Sutra erklärt.

1.3. Sutra:
Dann ruht der Sehende in seiner wahren Natur.
(tada drashtuh svarupe avasthanam)

Selbsterkenntnis und Beherrschung seiner Natur ist für Patanjali die Lösung für alle menschlichen Leiden. Je klarer unser Geist ist, desto leichter können wir unser Leben meistern.

Der Geist ist wie das Wasser in einem See, auf dessen Grund ein Schatz ruht. Wenn das Wasser sich bewegt, entstehen Wellen, und wir können nicht auf den Grund schauen, um diesen Schatz (unser wahres Selbst) zu sehen. Oft ist das Wasser völlig verschmutzt. Wir sind sehr weit von uns selbst entfernt und das führt zu Traurigkeit und Verzweiflung. Wir betäuben den Geist mit Arbeit, Fernsehen oder Drogen, und halten so das Wasser verschmutzt. Meditation kann das Wasser des Geistes reinigen.

Aber dann haben wir noch den Wind, der bläst, die Oberfläche des Sees aufwühlt, und uns den Blick nach unten verwehrt. Unser Geist ist immer mit etwas beschäftigt, ist zerstreut mit den hundertausend Dingen des alltäglichen Lebens, die wir erledigt müssen. Ganz selten nehmen wir uns die Zeit, auf uns selbst zu schauen. Mit dem Üben von Yoga lernen wir den Körper und den Geist still zu halten und einmal genau hinzusehen, was sich da unter der Oberfläche so abspielt.

Zeitweise wird der See von Boote aufgewühlt. Das sind äußere Ereignisse, die Unruhe im Geist erzeugen. Auch in bewegten Zeiten kann es helfen, einen Schritt zu zurückzutreten und sich die Ereignissen mit ein wenig inneren Abstand anzusehen. Yoga hilft uns auch hier.

Und dann haben wir die Fische, die Eindrücke und Gefühle aus dem Unterbewußtsein, die an die Oberfläche kommen und den See aufwühlen. Im Yoga lernen wir, sie wahrzunehmen, zu respektieren und zu akzeptieren und können sie auf diese Weise besser unter Kontrolle halten. Gefühle dürfen nicht unterdrückt werden, sie sollten aber auch nicht unbeherrscht aus uns herausbrechen.

Es ist schwierig, nur durch geistig-psychologische Techniken Kontrolle über den Geist zu erhalten. Asanas (Körperpositionen) und Pranayama (Atemübungen) können uns dabei helfen.

Asthanga Yoga (Asthta bedeutet 8) wird von Patanjali als eine der Möglichkeiten gesehen, wie wir zum Herrscher über unseren Geist und unser Leben werden können. Daher wird es unter Raja Yoga (Raja bedeutet "Herrscher") eingeordnet, dem Yoga des Willens und der Beherrschung.

Bei uns am meisten verbreitet, sind Yogaklassen, in denen Asana (= Körperposition) geübt werden. Hatha-Yoga ist der bei uns wohl bekannteste Teil des klassischen Yoga und ist ein körperlicher Übungsweg, der manchmal auch Atemtechniken (Pranayama) und Meditation einschließt. Weithin bekannt sich auch die Yogatechniken von B.K.S Iyengar und P. Jois (siehe Schulen).

Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass Yoga kein Wettbewerb ist. Was für den einen einfach ist, findet der andere schwirig und umgekehrt. Jeder Mensch und somit auch jeder Körper hat andere Schwachstellen und Stärken. Yoga fördert das Schauen nach Innen, das Erkennen seiner Grenzen ebenso wie Stärken. Es verhilft zu einen zufriederen, gesündern und glücklicheren Leben, je weiter man sich auf den achtfachen Pfad Patanjalis begibt.

Geschichte im 20. Jahrhundert

1893 tagte in Chicago das "Weltparlament der Religionen". Auf dieser Veranstaltung sprach als offizieller Vertreter des Hinduismus Svami Vivekananda (1863 - 1903). Er forderte seine indischen Landsleute dazu auf, sich stärker auf ihr eigenes kulturelles Erbe zu besinnen und sich nicht hinter den Errungenschaften der westlichen Kultur zu verstecken. Ausführlich beschreibt er die indische Yoga-Tradition und ihre vielfältigen Erfahrungen und Erkenntnisse. Als Schüler des berühmten indischen Yogis Sri Ramakrishna (1834 - 1886), weiß er genau, wovon er spricht und in zahlreichen Vorträgen, die er bei einer Reise durch die Vereinigten Staaten hielt, führte er viele westliche Sucher näher an den indischen Yoga heran. Er entwickelte das Konzept der vier großen Yoga-Wege, die - seiner Erfahrung nach - für alle Menschen gangbar sind. Es sind dies im einzelnen:

  • Karma-Yoga: Yoga des selbstlosen Tuns, der Weg der Tat, des Arbeitens für andere. Karma Yoga lehrt, das Schicksal als Chance zu begreifen. Es hilft, die Grenzen des eigenen Egos zu transzendieren und sich eins mit allen Wesen zu fühlen, auch über den Weg des selbstlosen Dienstes an anderen.

  • Jnana Yoga (Inana-Yoga): Yoga der spirituellen Erkenntnis; Philosophischer Pfad der Weisheit und des Wissens. Ziel ist die Gottfindung über den Weg intensiver Konzentration, Willenskraft und geistiger Anstrengung. Jnana Yoga stellt Fragen wie: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn des Lebens? Was ist wirklich? Was ist Glück? Im Jnana Yoga werden Karma und Reinkarnation erklärt und Meditationstechniken gegeben, um die Wahrheit in sich selbst intuitiv zu erfahren.

  • Bhakti-Yoga: Yoga der selbstlosen Liebe: wird in tiefem Glaube und Gebet geübt, Verehrung und Hingabe zu Gott sowie bedingungslose Liebe für alle Lebewesen.

  • Raja-Yoga: der "königliche" Yoga, der Yoga der Beherrschung. Lehrt geistige und körperliche Kontrolle und Reinigung durch Körperübungen (Hatha-Yoga), Meditation und Konzentration. Übungen des Raja Yoga umfassen Körperpositionen, Visualisierung, Achtsamkeit, Selbstbeobachtung und die verschiedensten Meditationstechniken. Es wird üblicherweise als achtfacher Pfad angesehen, um Erleuchtung und Selbstverwirklichung, Samadhi, zu erlangen

Während die drei ersten Wege (margas) bereits aus der Bhagavadgita, (Gesang des Erhabenen, Teil des großen indischen Nationalepos Mahabharata, ca. 300 v. Ch. bis 300 n. Ch.) bekannt sind, bezeichnet der Begriff "Raja-Yoga" bei Vivekananda den achtgliedrigen Yoga-Pfad Patanjalis. Dieser spricht übrigens nicht von Raja Yoga, sondern von Yoga allgemein. Der Ausdruck Raja Yoga stammt aus der Hatha Yoga Pradipika. Dort heißt es: "Wir üben Hatha Yoga (körperorientierte Teil des Yoga), um Raja Yoga zu erlangen."

Die vier bedeutendsten Yogaschriften sind

  • die Upanishaden, die den Jnana Yoga (Yoga des Wissens) betreffen,
  • die Bhagavad Gita, die alle Yogawege umfaßt, vor allem aber Karma und Bhakti Yoga (Hingabe, Liebe zu Gott)
  • die Hatha Yoga Pradipika, die das Hatha und Kundalini Yoga behandelt
  • die Yoga Sutras Patanjalis, das Yoga der Geisteskontrolle

 

 

© Jana A. Czipin
OM SHANTI OM
letztes update: 30.08.2011